Frauen des Propheten: Hafsa bint Umar al Khattab

Hafsa bint Umar al Khattab

Hafsa Frauen des Propheten Leben

Hafsa- Tochter von Umar al Khattab

Hafsa war die Tochter von Umar Al Khattab und Zainab bint Madhun vom Stamm der Quraisch. Sie wurde in Mekka in die Familie von Umar Al Khattab geboren, welcher zu den treusten Gefährten des Propheten gehörte und zu den nobelsten seiner Zeitgenossen zählte. (Umar konvertierte 616 zum Islam, als Hafsa ca. 11 Jahre alt war) Sie bekam darum eine gute Grundlage in der Erziehung als junges Mädchen und lernte auch Lesen und Schreiben.

Sie heiratete Khunais Ibn Hudhaifa, welcher zu den ersten Muslimen zählte und eine große Begabung im Kampf zeigte und wurde 624 Witwe. Ihr Ehemann nahm an der großen Schlacht von Badr teil und starb kurz danach an den Folgen der Verwundung. Nachdem sie ihren Ehemann verloren hat, versuchte Umar sie wieder zu verheiraten um ihren Kummer zu besänftigen. Er fragte erst Abu Bakr und dann Uthman, ob sie seine Tochter heiraten wollten, doch beide lehnten ab. Sie lehnten sie aus dem Grund ab, weil sie enge Vertraute des Propheten waren und bereits seine Absicht kannten, Hafsa zu heiraten.

Die Heirat mit dem Propheten (saw)

Für unsere Zeit, ist es schwer vollstellbar, dass der Vater versucht, seine Tochter mit einem seiner besten Freunde zu verheiraten. Dazu muss man jedoch wissen, dass eine Heirat in dieser Zeit wenig mit dem gemeinsamen Alter zu tun hatte, das Alter spielte überhaupt keine Rolle wie in unserer Gesellschaft heute. Teilweise gibt es nicht einmal Überlieferungen, wann eine Person überhaupt geboren wurde. Oftmals weiß man also überhaupt nicht, wie alt die Personen zur Zeit des Propheten waren, oder hat nur ungefähre Schätzungen. Was eine viel größere Rolle spielte zu dieser Zeit, waren Freundschaften, Bündnisse und der Charakter eines Menschens. So zeigt uns der Koran auch, dass man jemanden nicht auf Grund seiner Schönheit heiraten sollte, sondern wegen dem Charakter. Umar wollte also seine Tochter einem möglichst gerechten und guten Ehemann zur Frau geben. Darum versuchte er sein Glück erst bei seinen vertrauenswürdigen Gefährten Abu Bakr und Uthman und war ziemlich überrascht und auch verunsichert, warum diese sein Angebot ausschlugen. Tatsächlich war es dann der Prophet selbst, welcher Hafsa zur Frau nahm, was Umar dann sehr erfreute.

Abdullah ibn Umar (r) berichtet, dass ihm (sein Vater) Umar ibn al-Khattab (r), als seine Tochter Hafsa Witwe wurde, folgendes erzählte: Ich traf Uthman ibn Affan (r) und bot ihm Hafsa mit folgenden Worten an: „Wenn du magst, gebe ich dir meine Tochter Hafsa zur Frau.“ Er antwortete: „Ich werde darüber nachdenken.“ Ich wartete einige Nächte, dann traf er mich, und sagte: „Ich habe über die Angelegenheit nachgedacht und entschieden, dass ich zur Zeit nicht heiraten sollte.“ Dann traf ich Abu Bakr as-Siddiq (r) und sagte: „Wenn du magst, gebe ich dir meine Tochter Hafsa zur Frau.“ Abu Bakr (r) schwieg. Diese Reaktion von Abu Bakr (r) quälte mich noch mehr als die Antwort von Uthman (r). Nur wenige Tage später bat mich der Prophet (s) um ihre Hand, und ich gab sie ihm zur Frau. Bald darauf traf mich Abu Bakr (r) und sagte: „Vielleicht warst du böse auf mich, als du mir Hafsa angeboten hast und ich keine Antwort gab.“ Ich sagte: „Ja.“ Er sagte: „Nichts hinderte mich, es anzunehmen, nur die Tatsache, dass der Prophet (s) die Absicht ausgedrückt hatte, sie zu heiraten, und ich wollte das Geheimnis des Gesandten Allahs (s) nicht aufdecken. Wenn er sie nicht genommen hätte, hätte ich sie angenommen.“ (Al-Bukhari) [Riyad us-Salihin Nr. 686]

625 heiratete sie den Propheten (saw). Sie war bei der Heirat ungefähr zwischen 19 und 21 Jahre alt. Dies verstärkte auch das Band zwischen Umar und dem Propheten. Wie wir später bei den anderen Frauen noch sehen werden, hatte der Prophet Töchter von zwei rechtgeleiteten Kalifen (Umar und Abu Bakr) geheiratet und gab den anderen beiden (Ali und Uthman) seine eigenen Töchter zur Frau.

Ihr Charakter, ihre guten Eigenschaften und die Eifersucht

Hafsa konnte den Koran auswendig und die erste Abschrift von Zayd ibn Thabbit wurde bei ihr aufbewahrt. Sie hat ca. 60 Ahadith überliefert. Weitere vorbildliche Eigenschaften die Hafsa besaß, war dass sie viel fastete und viel in der Nacht betete.
Zu ihren menschlichen Eigenschaften gehörte die Eifersucht. In Aischa fand Hafsa, eine gute Freundin, aber auch eine Konkurrentin. Da sie sich in vielen Punkten ähnlich waren, nahmen sie das zum Anlass sich gegenseitig zu unterstützen, aber auch zu übertreffen. Besonders in ihrer Eifersucht waren die beiden Frauen nicht immer sehr liebevoll im Umgang. So versuchten beide mehr Zeit mit dem Propheten zu verbringen, als die anderen Frauen und dachten sich sogar Tricks aus.
Sie hielt eng mit Aischa, Umm Habiba und Sauda zusammen, weil sie alle zum Stamm der Quraisch gehörten, während die anderen Frauen des Propheten, anderen Stämmen angehörten. Es trug sich zu, dass der Prophet jeden Tag seinen Frauen einen Besuch abstatte. Den Frauen fiel auf, dass er bei Zaynab länger verweilte, als bei den anderen Frauen. Dies lag daran, dass Zaynab ihm Honig zu essen gab. Sie wollten verhindern, dass der Prophet sich deswegen länger bei ihr aufhielt und schmiedeten den Plan, dass jede von ihnen ihm sagen würde, dass er schlecht riecht nach Verzehr des Honigs. Der Prophet hasste die schlechten Gerüche, weshalb er beschloss, keinen Honig mehr zu essen.

Daraufhin wurde der Vers hinabgesandt, welcher den Propheten aufforderte, nicht das Gute zu verschmähen.

O Prophet, warum verbietest du, was Allah dir erlaubt hat, indem du danach trachtest, die Zufriedenheit deiner Gattinnen zu erlangen? Und Allah ist Allvergebend und Barmherzig. 66:01

Da der Prophet genau von seinen Mitmenschen beobachtet wurde, hätte dieses Verhalten im schlimmsten Fall dazu geführt, dass die anderen Sahaba ebenfalls keinen Honig mehr essen würden, wobei im Honig sehr viel Heilkraft liegt und der Verzehr deswegen ausdrücklich empfohlen wird.

Dieses Verhalten trieb Hafsa noch weiter und sie verriet Aischa sogar ein Geheimnis des Propheten und hielt auch sonst mit ihr zusammen.

Als der Prophet einer seiner Gattinnen eine Mitteilung im geheimen anvertraute. Als sie sie dann kundtat und Allah es ihm offen darlegte, gab er (ihr) einen Teil davon bekannt und überging einen (anderen) Teil. Als er es ihr nun kundtat, sagte sie: „Wer hat dir das mitgeteilt?“ Er sagte: „Kundgetan hat (es) mir der Allwissende und Allkundige.“
Wenn ihr beide euch in Reue zu Allah umkehrt – so werden eure Herzen sich ja (der Aufrichtigkeit) zuneigen –\.. Und wenn ihr einander gegen ihn beisteht, so ist Allah sein Schutzherr; und Ğibrīl, die Rechtschaffenen von den Gläubigen, und die Engel werden darüber hinaus (ihm) Beistand sein.
Vielleicht wird sein Herr ihm, wenn er sich von euch (allen) scheidet, zum Tausch (andere) Gattinnen geben, (die) besser (sind) als ihr: muslimische, gläubige, demütig ergebene, in Reue umkehrende, (Allah) dienende und umherziehende, früher verheiratete oder Jungfrauen. (Koran: 66: 03- 05)

Es wurden also Verse herab gesandt, die das Verhalten von Aischa und Hafsa kritisierten und ihnen eine Warnung gaben. Ob der Prophet gegen Hafsa die Scheidung ausgesprochen hat, ist unklar. In verschiedenen Quellen, findet man die Angabe, dass er einmal die Scheidung ausgesprochen hätte und sie widerrief. Aufgrund fehlender Quellenangaben, führe ich das aber nicht weiter aus.

Authentisch überliefert durch einen Sahih Hadith, ist hingegen, dass der Prophet sich einen Monat von Aischa und Hafsa fern hielt. Als Umar ihn fragt, ob er sich von seinen Frauen geschieden hat, antworte er jedoch mit Nein. Wer noch tiefer in diese Geschichte und den Konflikt um Hafsa, Aischa und den Propheten eintauchen will, dem sei die Lektüre des (sehr langen) Hadith empfohlen: [Sahih Muslim Nr. 2704 (im Arabischen)]

Die Bewahrerin des Korans

Fest steht, dass Hafsa keine Frau war, die still und leise war. Stattdessen war sie temperamentvoll und eigenwillig. Dies führte öfter zu kleineren Konflikten, besonders in Zusammenhang mit Aischa, die auf ihrer Seite stand und wohl genauso eigenwillig war, wie Hafsa.  Es ist zwar eine bloße Vermutung, aber es ist naheliegend, dass der starke Charakter von Hafsa bereits in der Familie lag, da ihr Vater Umar al Khattab auch dafür berühmt und berüchtigt war, charakterlich sehr stark und temperamentvoll zu sein. Passenderweise bedeutet Hafsa im Arabischen: Löwin.

Hafsa hatte sich sehr viel Mühe gegeben, ihre Religion weit über die Pflicht hinaus auszuüben. So war sie besonders beim Fasten und Beten sehr fleißig und hingebungsvoll. Sie konnte auch Lesen und Schreiben, was für Frauen ihrer Zeit eher ungewöhnlich war. Sie bewahrte den Koran im doppelten Sinne bei sich auf. Sie konnte ihn auswendig und es befand sich die Abschrift von Zaid ibn Tayyab in ihrem Besitz, welche später unter der Herrschaft ihres Vaters, als standardisierte Fassung verbreitet wurde. Sie wird deshalb auch als Bewahrerin oder Beschützerin des Korans bezeichnet.

 

*Bitte beachtet, dass es kaum einheitliche Überlieferung bezüglich der Jahreszahlen gibt und sie zwecks Kalenderumrechnung, verschiedene Überlieferungen etc. etwas variieren können.

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